Gefahr im Verzug: Friedenstraße

Unsere Fahrraddemonstration am 28.04.2026 um 17:30 Uhr (ab Marienfelder Allee 107/109) wird an einer seit Jahrzehnten bestehenden hochgefährlichen Stelle zur Zwischenkundgebung anhalten: Die Friedenstraße vor dem Mariendorfer Damm.

Hier liest Du unsere dort gehaltene Rede:

Wir stehen hier an einem Punkt, wo wie in einem Brennglas die Probleme der Berliner Mobilitätspolitik offen liegen:

Was sehen wir hier?

  • Einen für den Autoverkehr optimierten Knoten – üppige zwei bis drei Fahrstreifen,
  • Mittelprächtig für den Busverkehr hergerichtet – ein hier endender Bussonderfahrstreifen,
  • Lebensgefährlich für den Radverkehr gestaltet.

Weshalb ist es für Radfahrende lebensgefährlich?

  • Weil Autos aus dem zweiten Fahrstreifen nach rechts abbiegen und dabei Radfahrende gefährden, die aus dem Bussonderfahrstreifen geradeaus fahren.
  • Es gibt keine getrennte Signalisierung (abbiegende Autos und Rad haben gemeinsam grün).
  • Es gibt keine rot markierte Radfurt.
  • Der große Radius lädt Autos zum schnellen Abbiegen ein.
  • Große Busse bilden Sichthindernisse zwischen Auto und Rad, was die Situation verschärft.

Die Probleme sind altbekannt:

  • Im November 2019 schrieben die Stadtteilgruppe Tempelhof des ADFC und das NFTS einen dringenden Appell an die Senatsverwaltung: „Gefahr im Verzug!“
  • Nach mehrmaligem Nachhaken antwortete die Senatsverwaltung nach 13 (!) Monaten mit einem eher halbherzigen Lösungsvorschlag mit Ausblick auf baldige Umsetzung.
  • Es gab 2021 Ortstermine mit der Senatsverwaltung, mit der SPD und den GRÜNEN aus der Bezirksverordnetenversammlung von Tempelhof-Schöneberg, jeweils mit der Aussage „Dringende Verbesserungen nötig“.
  • 2021 lag eine Ausführungsplanung von Alliander Stadtlicht GmbH vor, dem damals verantwortlichen Unternehmen für die Lichtsignalanlagen.
  • Wir hielten hier seitdem mehrmals Zwischenkundgebungen ab und mahnten die Beseitigung der Mängel an.
  • Doch vor Ort geschehen ist NICHTS!
  • Das kritisieren wir scharf!

Woran liegt es, dass hier nichts passierte?

  • 2006 hatte der Rot-Rote Senat die Lichtsignalanlagen Berlins an die Alliander Stadtlicht GmbH verscherbelt.
  • Alliander zeichnete sich durch extrem lange Bearbeitungszeiten aus. Zeiträume von 10 und mehr Jahren für ein Projekt waren keine Seltenheit.
  • Auch war die Verantwortung zwischen Senat und Alliander geteilt, was äußerst ineffizient war.
  • Wegen dieser strukturellen Mängel ging es auch bei späteren Regierungen nach 2006 nicht voran.
  • Erst 2023 kaufte das Land dann Alliander zurück, die Firma ging in der landeseigenen infraSignal GmbH auf.
  • Doch nun werden deren Aktivitäten von einer CDU-Senatsverwaltung gesteuert.
  • Da sind Projekte für die Sicherheit des Radverkehrs ganz hinten in der Prioritätenliste.
  • Im Gegenteil: Priorität hat der Autoverkehr, wie wir am geplanten Rückbau des Radfahrstreifens „Unter den Eichen“ zugunsten einer Autospur sehen.

Fazit:

  • Mit einer CDU-Senatsverwaltung ist nichts Gutes für den Radverkehr, auch nichts Konkretes an diesem Knoten mehr zu erwarten.
  • Auch die Themen Verkehrssicherheit und Vision Zero spielen für die aktuelle Regierung keine Rolle.
  • Wir müssen im September 2026 dafür sorgen, dass eine fortschrittliche Regierung wieder Mobilitätspolitik für den Umweltverbund betreibt.
  • Und diese Regierung muss gleich zu Beginn Tabula rasa bei den verkrusteten Strukturen und lahmen Abläufen machen.

Unser Job ist:

  • Im September die richtigen Parteien zu wählen und
  • den Zivilgesellschaftlichen Druck zu stärken, damit diese Gefahrstellen bald Geschichte sind.
  • Hilf dabei mit!

Vielen Dank.