Offener Brief an Michael Müller

Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister, sehr geehrter Herr Müller,

wie wir der Presse entnommen haben, wenden Sie sich gegen den Wegfall von Parkplätzen in der Einbahnstraße Schulenburgring im Stadtteil Tempelhof. Dabei greifen Sie eine Anordnung der zuständigen Stadträtin Frau Heiß an und fahren ihr öffentlich in die Parade.

Im FahrRat, dem bezirklichen Gremium zur Beratung von Fahrradangelegenheiten und im Ausschuss Straßen, Verkehr, Grün und Umwelt haben die Fahrradverbände Netzwerk Fahrradfreundliches Tempelhof-Schöneberg, Volksentscheid Fahrrad, die ADFC Stadtteilgruppen Tempelhof und Schöneberg, der BUND und der VCD zusammen mit den Ausschussmitgliedern aller Parteien mehrmals über die Einbahnstraße Schulenburgring beraten. Sie ist als Umgehungsmöglichkeit des stark verkehrsbelasteten Tempelhofer Damms für den Radverkehr von großer Bedeutung.

Im Koalitionsvertrag steht, dass Einbahnstraßen, soweit möglich in beide Richtungen für den Radverkehr geöffnet werden sollen. Das ist für den Schulenburgring geschehen.

Dabei muss die Sichtbarkeit und Sicherheit des Radverkehrs auch in der Gegenrichtung gewährleistet werden. Dies ist auch gelungen, indem in dem engen, in der Kurve liegenden und somit schlecht einsehbaren Einmündungsbereich des Schulenburgrings in die Manfred-von-Richthofen-Straße die Sichtbeziehungen der Verkehrsteilnehmer durch die Umwidmung von Kfz-Stellplätzen sichergestellt wurde.

Wenn Sie, sehr geehrter Herr Müller, sich nun öffentlich gegen ein die Verkehrssicherheit förderndes Vorgehen stellen, fragen wir uns, wie Sie Ihr Ziel erreichen wollen, dass Berlin Fahrradmetropole wird. Denn über dieses klare Statement Ihrer Partei, dass Sie auf Ihrer Homepage bewerben, haben wir uns sehr gefreut.

Der Radverkehr hat in den letzten Jahren immens zugenommen, erhält aber nur 3% der Verkehrsflächen. Wenn also einige Parkplätze für sichereren Radverkehr vor Ihrem Küchenfenster wegfallen, ist das lediglich ein Schritt in Richtung mehr Gerechtigkeit für alle VerkehrsteilnehmerInnen.

Für eine gute Zusammenarbeit ist es wichtig, dass wir Vertrauen haben können in die Einhaltung der erzielten Vereinbarungen. Ehrlich gesagt, sehr geehrter Herr Kandidat fürs Abgeordetenhaus: Eigentlich wollen wir nur sicher und entspannt Radfahren – auch in Ihrem Tempelhof.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Netzwerk Fahrradfreundliches Tempelhof-Schöneberg

Dr. Beate Mücke & Stefan Meißner

 

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